Schwarz-türkises Orca-Symbol von OrcaSlicerOrca Slicer

Orca Slicer-Kalibrierungsanleitung

Orca Slicer verfügt über eine Reihe von Kalibrierungstests, die in die Software integriert sind, sodass du nicht nach Testmodellen suchen oder selbst herausfinden musst, wie du die Ergebnisse auswertest. Bei jedem Test wird ein dafür erzeugtes Modell gedruckt. Du wertest das Ergebnis aus und übernimmst den passenden Wert in dein Profil. In der richtigen Reihenfolge stimmen die Tests vor allem die extrudierte Materialmenge sowie das Verhalten beim Beschleunigen und Abbremsen ab. Du findest sie oben im Menü „Kalibrierung“. Die gefundenen Werte werden pro Filament gespeichert, sodass für jeden Druck dieses Materials ein abgestimmtes Profil gilt.

Das Kalibrierungsmenü in Orca Slicer listet die integrierten Tests auf

Führe sie in dieser Reihenfolge aus

Die Reihenfolge ist wichtig, weil jeder Test von den zuvor eingestellten Werten abhängt. Kalibrierst du etwa zuerst den Rückzug und änderst anschließend die Temperatur, musst du den Rückzug erneut prüfen. Diese Reihenfolge vermeidet unnötige Wiederholungen:

  1. Temperatur zuerst, damit der Kunststoff richtig schmilzt und fließt.
  2. Durchflussrate als nächstes, damit die extrudierte Menge korrekt ist.
  3. Druckvorschub danach, um die Ecken bei Geschwindigkeitsänderungen zu schärfen.
  4. Rückzug zuletzt, um das Fädenziehen zu entfernen, sobald alles andere stimmt.

Wenn du nur zwei Tests durchführen möchtest, beginne mit Temperatur und Durchflussrate. Diese beiden Werte bestimmen maßgeblich, ob die Wände die richtige Dicke haben und die Deckflächen sauber werden.

Was jeder Test behebt

Der Temperaturtest ermittelt die beste Düsentemperatur für das Filament. Diese Temperatur beeinflusst Schichtfestigkeit, Oberflächenbild und Fädenziehen. Die Durchflussrate legt das Durchflussverhältnis so fest, dass die Wände die richtige Dicke haben und die Deckflächen weder Lücken noch überschüssiges Material zeigen. Der Druckvorschub gleicht den Düsendruck bei Geschwindigkeitsänderungen aus, damit Ecken scharf bleiben und sich nicht ausbeulen. Beim Rückzug wird das Filament vor einer Leerfahrt zurückgezogen, damit keine Fäden über offene Bereiche entstehen.

Die anderen Tests

Neben den vier Kerntests bietet das Kalibrierungsmenü weitere Prüfungen, die sich besonders für hohe Geschwindigkeiten oder passgenaue Bauteile lohnen. Die maximale volumetrische Geschwindigkeit ermittelt, wie viel Material dein Hotend zuverlässig schmelzen kann, bevor Unterextrusion einsetzt. Der Toleranztest prüft die Maßhaltigkeit zusammenpassender Teile. Tests für Kurvenverhalten, Input Shaping und vertikale feine Artefakte stimmen Bewegung und Oberflächenqualität leistungsfähiger Drucker ab. Das Prinzip bleibt gleich: Modell drucken, Ergebnis auswerten, passenden Wert speichern.

Eine Angewohnheit, die Ärger erspart

Nach Abschluss einer Kalibrierung startest du ein neues Projekt, bevor du ein echtes Modell slicest. Dadurch wird der Kalibrierungsmodus verlassen, sodass dein nächster Druck deine normalen Einstellungen anstelle der Testeinstellungen verwendet. Da jeder Wert pro Filament gespeichert wird, lohnt es sich, für jedes von dir verwendete Material und jede Marke ein abgestimmtes Profil zu erstellen, sodass du dies nur einmal pro Filament und nicht einmal pro Druck tust.

Häufig gestellte Fragen

In welcher Reihenfolge sollte ich den Orca Slicer kalibrieren?

Zuerst die Temperatur, dann die Durchflussrate, dann den Druckvorschub und dann den Rückzug. Bei jedem Test wird davon ausgegangen, dass die vorherigen Tests bereits korrekt sind. Diese Reihenfolge vermeidet daher das erneute Durchführen von Arbeiten. Wenn du nur zwei ausführst, führe Temperatur und Durchflussrate durch.

Wo sind die Kalibrierungstests in Orca Slicer?

Du findest sie oben im Menü „Kalibrierung“. Jeder Eintrag erzeugt ein Testmodell für deinen Drucker, dein Filament und dein Prozessprofil. Du druckst es, wertest das Ergebnis aus und übernimmst den passenden Wert in dein Profil.

Kann ich für jedes Filament kalibrieren?

Ja, zumindest bei einem neuen Material oder deutlich abweichenden Filament. Die Kalibrierungswerte werden im Filamentprofil gespeichert, und Materialien, Hersteller oder sogar Farben können sich unterschiedlich verhalten. Mit sauber abgestimmten Profilen musst du die Tests später nicht bei jedem Druck wiederholen.

Welche Kalibrierungen sind am wichtigsten?

Temperatur und Durchflussrate sind am wichtigsten, da sie bestimmen, wie viel Kunststoff austritt und ob er richtig fließt. Der Druckvorschub schärft anschließend die Ecken, der Rückzug reduziert das Fädenziehen. Beginne mit den ersten beiden Tests und ergänze die übrigen nach Bedarf.